Biography

Eins mal vorneweg: Ein Plowking rollt langsam aber stetig. Und anders ist die Geschichte dieser Band auch nicht zu verstehen.

1997

Begonnen hat alles damit, dass Matze und Olmo einen Musik-Workshop in der Nähe Darmstadts besuchten. Die zwei, damals noch »Metalheads« durch und durch, begannen dort, einen Hardcore-Song aufzunehmen: Olmo am Schlagzeug, Matze am Bass und ein Typ namens Zosch an der Gitarre.

Nachdem die Jungs also sämtliche Parts eingespielt hatten und man sich nach mehrmaligem Anhören der Aufnahme einig war, dass es mit Gesang schon irgendwie geiler klingt, hatte Olmo die Idee, Felix anzurufen und ihn zu fragen, ob er nicht Bock hat, sich am Gesang zu versuchen. — Olmo: Der übt immer! Matze: Wie? Olmo: Ja so Schreien halt. — Felix war sofort dabei.

Felix, Matze und Olmo, allesamt hochzufrieden mit der gemachten Aufnahme, entschlossen sich, weiterhin gemeinsam zu musizieren. Und das nächste Event war auch schon in greifbarer Nähe: Ein Auftritt während des Abi-Scherzes. Doch eine Kleinigkeit hatte man übersehen: Wo war eigentlich der Gitarrist?

Es musste einer gefunden werden, und zwar so schnell wie möglich! — Felix: Hey komm', wir fragen mal den Bayern, der hat 'ne geile Metal-Axt! soll heißen: Sollen wir nicht mal Philipp fragen? Ich glaube, der hat eine Gitarre, welche zu unserer Musikrichtung passen würde. — Und so war der harte Kern der Plowkings, die Urbesetzung wie sie heute immer noch existiert, geboren.

Der Auftritt lässt sich wahrscheinlich mit den folgenden Adjektiven am besten beschreiben: LAUT: Ja, also laut waren sie, und das war's dann aber auch. DÜSTER: Nicht das ihre Musik so war. Nee, die war ja nur laut. Düster deshalb, weil ein Kumpel Gefallen an der Nebelmaschine fand und diese immer und immer wieder benutzte bis man wirklich gar nichts mehr sah. VOLL: Nicht der Saal war voll, sondern die Band!

1998

Eine richtige Band braucht auch ein richtige Aufnahme. Das war der allgemeine Ton Anfang des Jahres 98. Bisher hatte die Band ja nur einen Song aufgenommen, den sie publik machen konnten, und über die Qualität der beim Proben entstanden Aufnahmen hüllen wir an dieser Stelle besser den Mantel des Schweigens. Ein Demo ist also Pflicht, leider aber auch verdammt teuer.

Glücklicherweise hatte ein »guder Kumbel« namens Kristian K. alias Kohle gerade angefangen, sich ein Studio einzurichten. Und wie der Zufall so will, haben die Jungs dann genau dieses Studio ausgewählt, um sich bei den ersten Schritten begleiten zu lassen.

Bei der Session enstanden vier Songs, ausnahmslos HC-Punk. Ein gewisser Thoralf S. (Stormy T) erklärte sich kurzentschlossen bereit, Sänger Felix bei der Interpretation eines Stückes zu unterstützen.

1999

1999 gestaltete sich anfangs schwierig. Es waren vor allem die nun vorhandenen räumlichen Entfernungen zwischen den einzelnen Leuten: Philipp ging zum studieren nach Marburg, Felix und Matze nach Heidelberg und und Mannheim. Aber irgendwie ging alles immer weiter und niemand dachte auch nur ansatzweise daran, die Band aufzugeben. Allerdings passierte 1999 nicht wirklich viel.

Plowking spielten Gigs in Jugendzentren und machten so die für Rockbands übliche Schule durch. Das wahre Highlight des Jahres war mit Sicherheit der Auftritt in den Nieder-Ramstädter-Heimen, einem Behindertenwohnheim. — Matze: Mal ohne Mist, ich glaube bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir keinen einzigen Auftritt, bei dem das Publikum so mitgegangen ist.

Musikalisch gesehen war die Band immer noch auf dem HC-Punk-Trip, allerdings wurden neue Songs bereits im Ansatz mit Offbeats gespickt. Felix begann zu singen und Matze auch. Ende des Jahres ging Felix für ein halbes Jahr nach Barcelona und Plowking brauchten einen Interimssänger. Tobi (Cool Bad Bone) übernahm den Job.

2000

Nachdem die Jungs ihren Bandnamen vorher ungefähr wöchentlich wechselten, entschied man sich im Jahr 2000 entgültig für Plowking. Der Name entstammt einer Folge der Simpsons und bedeutet soviel wie »Schneepflug-König«.

Die Songs wurden mitlerweile ausschließlich in Offbeats gespielt und es kamen Bläser dazu. Philipp hatte in Marburg einen Saxophonisten kennengelernt, der bereit war einzusteigen: Gerrit war nicht nur ein hervorragender Saxophonist, sondern trug nebenbei auch gerne und auch häufig und auch ohne, dass man ihn vorher extra fragen musste, zur klimatischen Verbesserung der Raumluft bei. Darüber hinaus hatten sie also einen guten Freund und Saufkumpanen in ihm gefunden.

Nachdem Felix aus Barcelona zurück war, experimentierten Plowking noch eine Zeit lang mit zwei Sängern (Felix und Tobi) herum, stellten aber irgendwann fest, dass dies nicht wirklich funktionierte und so nahm Tobi den Platz an den Percussions ein.

Mitte des Jahres ging es schließlich wieder ins Studio: neuer Style, neues Demo eben — eigentlich das erste richtige Demo. Die CD trägt den Namen Alaska.

2001

2001 dann wurde es wirklich cool: Plowking gewannen den »Play-Unplugged-Wettbewerb« des Karlstorbahnhofs in Heidelberg, bekamen dafür einen weiteren Studioaufenthalt spendiert und spielten auf richtig großen Events in Heidelberg und Marburg, wo sie sich Bühne mit Seeed, Jan Delay und Nina MC teilten. Der Studioaufenthalt wurde genutzt, um das nächste Demo aufzunehmen.

Und auch bei der Besetzung tat sich wieder was: Robert spielte seit Anfang 2001 Posaune und Simi and den Keys stieg gegen Ende des Jahres ein.

Die erste Version der Website ging schließlich online und Plowking gründete zusammen mit den befreundeten Bands Ninos Santos und Mangrove 51 das Projekt Malipool.

2002

Nun zum vielleicht ereignisreichsten Jahr der Band. — Nach einigen Schwierigkeiten und Verzögerungen veröffentlichten Plowking endlich Skalight, wofür das Material bereits ein Jahr zuvor fertig gestellt war.

Tobi verabschiedet sich von den Percussions und beschränkt sich von da an auf »Moves«. Gerrit verlässt die Band und geht nach Aachen zum Studieren. Robert wird wegen fehlenden Engagements entlassen. Und Plowking stand ohne Bläser da.

Im Raum Hessen spielte die Band Gigs u.a. mit Mellow Mark, Mc Rene, Liquido und "Der Junge mit der Gitarre" und fasste nach vielen Fehlversuchen endlich auch Fuß in Darmstadt. Plowking hielt sich über Monate hinweg in der Hitparade von Radio-Darmstadt und die Gigs in Darmstadt wurden gut besucht. Es bildete sich langsam ein treuer, kleiner Fankreis.

Auf einer Gartenparty dann treffen Matze und die bis zum Umfallen alkoholisierten Felix, Philipp auf Marco und Philipp. Diese beteiligten sich an einer Jam-Session als Trompeter und Saxophonist und sofort war klar: Wir müssss'n die auf jedn Fall ... bolpsss ... äh für unsssssre Band haben. Die sind sssssuuper ... »Logisch, duuu spichsssst die an ... büüüüürrrpss ... Nein, du! ... — Ergebnis dieser Unterhaltung war, dass sowohl Philipp, als auch Marco von allen Dreien mehrfach angesprochen wurden und mehrere Zettel mit Telefonnummern bekamen. Ein paar Wochen später jedenfalls waren Philipp und Marco bei der Band und Plowking hatten wieder eine Bläsersektion sowie zwei hochmotivierte Bandkollegen und gute Freunde.